Die Grossen Themen


Triest im Krieg

Erzählt wird die Geschichte der ab 2. Juli 1914 im Krieg involvierten Stadt, als nämlich auf dem Seeweg die Leichen von Thronfolger Franz Ferdinand und seiner Gemahlin Sophie ankommen, bis hin zu den Aufständen des Volkes anlässlich der Kriegserklärung Italiens. Letztere gilt als Vorbote für die lange Agonie einer großen Stadt, die zu nah an der Front liegt und wo verschiedene Probleme aufeinandertreffen: Entvölkerung, Lebensmittelknappheit, weit verbreitete Armut, drohende Bombenangriffe aus der Luft und vom Meer aus.
Nach Auflösung der Stadtverwaltung gehen alle Befugnisse an den Statthalter über, der seinen Amtssitz an der Piazza Grande hat. Die Stadt wird militarisiert, Kinos und Theater bieten patriotische Vorstellungen an, um Spenden für Kriegsversehrte, für Kriegswitwen und -waisen zu sammeln.

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Antagonisten

Zu sehen sind die unterschiedlichen Schicksale von Triestinern und Bewohnern des Küstenlandes, die den Krieg mitmachen müssen. Zehntausende werden vom österreichisch-ungarischen Heer eingezogen und an die verschiedenen Fronten geschickt, wo sie einerseits von ihren Kameraden verächtlich als Feiglinge bezeichnet werden, wo sie aber auch aufgrund von heldenhaften Taten Kriegsauszeichnungen erhalten. Erst wenig ist über diese Umstände bekannt.
Anders und umso bekannter ist die Geschichte jener tausend irredentistischen Freiwilligen, die aus Österreich fliehen und sich den italienischen Streitkräften anschließen. Weiterhin erleben wir das Schicksal der Flüchtlinge, der politisch Internierten und der vielen Reichsitaliener, die als italienischsprachige “Regnicoli” bereits seit Jahrzehnten mit ihren Familien in der Stadt wohnen und nun in ihr Herkunftsland zurückmüssen.
Den vielen irredentistischen Freiwilligen ist ein ganzer Teil der Ausstellung gewidmet. Hier lassen sich leicht die Ideale und Ziele dieser italienischstämmigen und italienischgeprägten Bevölkerungsgruppe nachvollziehen: es sind junge Triestiner, die aus dem österreichisch-ungarischen Heer desertieren oder sich der Wehrpflicht entziehen, um sich nach der Flucht über die Grenze, den italienischen Streitkräften anzuschließen. Oft sterben sie den Heldentod. Anhand von Bildern und Briefen von drei dieser Kämpfer, die stellvertretend für alle irredentistischen Freiwilligen stehen, kann man ihre Geschichte miterleben: Roberto Liebmann Modiano und Guido Corsi, beide im Krieg gefallen, und Mario Nordio, Offizier in der Informationsstelle und später namhafter Journalist und Schriftsteller.

Zu diesem Thema leisten auch das städtische Risorgimento-Museum und das Museum für Heimatgeschichte einen großen Beitrag. Von dort stammen die zahlreichen Uniformen, Erinnerungsstücke, Briefe und Dokumente, die sich auf irredentistische Freiwillige aus Triest beziehen.

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Krieg im alltag

Die Ausstellung zeigt zahlreiche und unterschiedliche Objekte, die der Trench Art (Dekoration, Schmuck und Gebrauchsgegenstände aus Kriegsmaterial) und der Kriegspropaganda zuzuordnen sind. Die Exponate stammen aus der umfangreichen Hellmann-Sammlung in Rom – eine der interessantesten Italiens – und zeigen, allerdings nur scheinbar beschwichtigend, die allgemein fortschreitende Akzeptanz des Konfliktes von Seiten der Gesellschaft.

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Die umkämpfte stadt

Den Besucher erwartet eine visuell beeindruckende, kreisförmige Installation, in der in der Mitte ein großer Stadtplan von Triest zu sehen ist. Um die Eroberung der Stadt kämpften viele verschiedene Heere, die durch etwa tausend historische Spielsoldaten aus der Triester Luisi-Sammlung dargestellt werden. Über dieser spektakulären Installation schwebt eine “Wolke” aus Briefen von mehr als tausend Soldaten, um aufzuzeigen, dass der Krieg vor allem eine menschliche Erfahrung ist. Zuerst ist es ein individuelles, dann ein kollektives Erlebnis. In diesem Teil der Ausstellung sind auch noch weitere Briefe und Schriftstücke von Soldaten und Zivilisten zu sehen sowie einige literarische Zitate, die einen Übergang schaffen von den vielen Exponaten, Bildern, Plakaten, Tafeln und der Infografik, die die Statistik zum Krieg zeigt, zu den unzähligen Einzelschicksalen, die auch zur “großen Geschichte” mitten im Ersten Weltkrieg gehören.

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