Slavich, Chiacich, Pepeu

Mario Slavich


Trieste, 1894-1949

Muttersprache Italienisch. 1912 Abschluss am Gymnasium. Bei Ausbruch des Krieges ist er Medizinstudent in Wien und tritt in den Sanitätsdienst der österreichisch-ungarischen Streitkräfte ein; seinen Dienst versieht er zuerst am Militärspital in Cilli (Celje) und ab Sommer 1917 an der Isonzo-Front, in der Notaufnahme des III. Bataillons der k.k. Landwehr Nr. 2 am Fuße der Anhöhe Fajiti Hrib. Nach der Schlacht bei Karfreit (Caporetto) zieht er mit seiner Einheit in die besetzten Gebiete von Friaul und Venetien, bis zu den ersten Stellungen am Piave. Bei Kriegsende erreicht er den Dienstgrad des Leutnants und wird mit dem Silberabzeichen des Roten Kreuzes sowie dem Goldenen Verdienstkreuz geehrt. 1920 schließt er das Medizinstudium in Padua ab. Ab 1923 arbeitet er als Assistenzarzt in der Internistischen Abteilung des Triester Spitals “Regina Elena”, wo er 1943 zum Primar ernannt wird. Als Oberarzt ist er außerdem an der Klinik für Infektionskrankheiten “S. M. Maddalena” tätig. Mario Slavich war ein äußerst gebildeter Mensch, der Musik und Gesang liebte sowie Reisen (gelegentlich arbeitete er als Schiffsarzt auf den Transatlantikschiffen des Triester Lloyds) und Sport, insbesondere Pferdesport und Fußball. 1926 war er Mitbegründer und Sportarzt des Triester Sportvereins “U. S. Triestina”. In der Ausstellung sind einige Aufnahmen aus seinem Fotoalbum zu sehen, das seine Kinder uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben.



Michele Chiachich


Fiume 1879-Trieste 1966

Berufsoffizier des österreichisch-ungarischen Heeres. Als Hauptmann kommandiert er während des Ersten Weltkrieges die Technische Truppe beim k.u.k. Ulanen-Regiment Graf Huyn Nr. 12, die als Kavallerieeinheit für die verschiedenen logistischen Belange des Regiments zuständig ist. Er kämpft in Galizien und in den Karpaten, ab Oktober 1916 an der rumänischen Front. Im April 1918 kommt er mit seinem Regiment an die Piave-Front, in die Nähe von Mosnigo und später nach Meduna, wo er im Oktober 1918 zum Major befördert wird. Nach dem Krieg zieht er nach Triest und überlässt seine umfangreiche Fotokollektion – alle Aufnahmen stammen von ihm – sowie 24 auf Deutsch verfasste Tagebücher dem Militaria-Sammler Diego de Henriquez.

Das Material ist heute Teil des Fundus im “Museo della Guerra per la Pace”, das dem Sammler de Henriquez gewidmet ist. Teile der Sammlung wurden für Fotoausstellungen in Rijeka und Triest (beide 2008) verwendet. In den Tagebüchern werden die Fotos genauestens beschrieben: sie sind daher ein wertvoller und einzigartiger Zeitzeuge der militärischen und menschlichen Geschehnisse in einem ungarischen Kavallerie-Regiment an den verschiedenen Kriegsfronten.

Francesco Pepeu


Trieste, 1887-1971

Beendet das Medizinstudium in Wien im Dezember 1910. Im August 1914 wird er eingezogen und dient in der k.k. Landwehr Pola Nr. 5 als Militärarzt mit dem Dienstgrad Fähnrich. Im Dezember 1914 gelangt er als Bataillonsarzt in die Karpaten. Aufgrund seiner Fachausbildung in Hygiene und Infektionskrankheiten wird er später in ein Spital im Nachschubgebiet versetzt, wo er Pocken- und Fleckfieberkranke behandelt. Nach zahlreichen Auszeichnungen kehrt als er Stabsarzt zu seinem Regiment zurück und nimmt an der Schlacht von Gorlice teil. Im Sommer 1916 erleidet er während der russischen Gegenangriffe eine Bauchverletzung und wird zuerst ins Spital in Ungvar, dann in Wien eingeliefert. Nach seiner Genesung ist er Regimentsarzt in Judenburg (Steiermark).

Nach Ermittlungen gegen ihn wegen österreichfeindlicher Gesinnung und dem Vorwurf, zu viele verwundete und kranke Soldaten auszumustern, wird er von der Anklage freigesprochen und kehrt im Herbst 1917 zu seinem Regiment in Rumänien, im Bezirk Rimnicu-Sarat zurück, um das k.u.k. Bakteriologische Feldlaboratorium Nr. 98 zu leiten. Bei Kriegsende im Dezember 1918 führt ihn das Schicksal nach Triest. Als Facharzt für Hygiene und Infektionskrankheiten ist er in der Nachkriegszeit einer der größten Experten in der Behandlung von Pocken und Fleckfieber. Seine umfangreiche Sammlung an Kriegsfotos gehört der Fotothek der Städtischen Museen Triest.