Triest in Feld-Grau


Mit Ausbruch des Krieges entvölkert sich Triest und wird militarisiert. Auf Dächern und Plätzen werden Luftabwehr-Stellungen gebaut, Schulen und öffentliche Gebäude werden in Spitäler umfunktioniert, junge “Marinaretti” und “Scauti” helfen älteren Soldaten bei der Überwachung und der öffentlichen Ordnung. An den Wänden erscheinen Plakate und Anordnungen der Behörden, es reicht vom Wehrdiensteinzug der einzelnen Altersklassen bis zu verschiedenen Aufrufen, die im Zusammenhang mit dem Krieg stehen: Hygieneanordnungen gegen die Cholera und Infektionen, die Beschlagnahme von Metall, Papier und Wäsche, die Rationierung von Brot und Grundnahrungsmitteln. Und dann gibt es die bunten, oft von bekannten Künstlern angefertigten Plakate für die Kriegsanleihen, die von Jahr zu Jahr belastender werden, weiterhin die Hinweise für Veranstaltungen, die der Spendensammlung für Frontsoldaten, Kriegswitwen und -waisen dienen.

Es finden sich auch kuriose Plakate, die die Beschlagnahme von sanitätstauglichen oder zugkräftigen Hunden ankündigen, oder Anordnungen zur Sammlung von Schuhen für arme Kinder, dann Trauerbezeugungen, wie die zum Tode von Kaiser Franz Joseph, oder Mitleid erregende Kundmachungen zu Versicherungspolizzen für Soldaten oder Appelle an die Bürger zum “Kriegsgräbertag”. Die Triester Stadtbibliothek “A. Hortis” besitzt eine sehr umfangreiche Sammlung dieser Schriftstücke, die eine wichtige historische Informationsquelle sind bezüglich der Gesinnung und der Situation der Triester Bevölkerung während des Krieges.

 


  • 2.3_trieste_due_fronti_12
  • 2.3_trieste_due_fronti_11
  • 2.3_trieste_due_fronti_08